| Spitzensport, Nachwuchskracher und Ben Hur auf der Kaiserwiese |
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              Für zahlreiche Reiterinnen und Reiter heißt das Fahrtziel in der kommenden Woche Kaiserwiese – Nördlingen. 270 Reiter aus ganz Deutschland reisen zur 52. Auflage des traditionellen Nördlinger Scharlachrennens vom 26. bis 29. Juli 2012 an. Die Kombination aus einem Springturnier mit über zehn Prüfungen der schweren Klasse und den Süddeutschen Championaten, den Meisterschaften für die Pferde aus den fünf Süddeutschen Pferdezuchtverbänden (Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg-Anhalt, Rheinland-Pfalz-Saar und Sachsen-Thüringen) zieht die Reiter an. Hier bietet sich die Chance nicht nur die besten Pferde zu starten, sondern auch den Nachwuchs zu satteln und für größere Aufgaben zu rüsten. Hervorragende Bedingungen für den großen Springsport bietet der gigantische Rasenplatz auf der Kaiserwiese, der gemeinsam von der Stadt und vom Verein Scharlachrennen e.V. gehegt und gepflegt wird. Kein Wunder, dass fast der komplette Bayernkader der Springreiter den Weg nach Nördlingen antritt. Allen voran die momentan erfolgreichste Amazone Bayerns, die amtierende Bayerische Meisterin der Springsenioren, Simone Blum aus Zolling. Mit oben auf dem Treppchen am vergangenen Meisterschaftswochenende in München stand Edwin Schmuck aus Illertissen, auch er sattelt in Nördlingen. Aus dem Osten aus Leisnig reist der frisch gebackene sächsische Meister Michael Kölz mit seinem Paradepferd dem Moritzburger Landbeschäler FST Dipylon an. Gespannt darf man auf den neuen Jockey des Stalles Puschak in Augsburg sein: Der 24jährige Engländer Joe Whitaker entstammt der berühmten Whitaker-Dynastie – sicherlich erinnern sich viele an die Ritte von John Whitaker mit dem Wunderschimmel Milton oder erst kürzlich an den Sieg von Michael Whitaker im Großen Preis von Aachen beim CHIO. Auch Joe macht seiner weltweit erfolgreichen Verwandtschaft im Springsattel alle Ehre: Als Junior holte er bereits die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften mit dem britischen Team. Und mit den Pferden aus dem Stall Puschak ist der Nachwuchsstar bestens beritten. Seinen Sieg im Großen Preis um die Goldene Daniel-Peitsche will selbstverständlich Vorjahressieger Maximilian Ziegler verteidigen. Doch die Konkurrenz ist hart: Aus Westfalen, genauer gesagt aus Lienen, reisen die Hassmann-Brüder an. Die sympathischen Reiter sind bestens befreundet mit Turnierleiter Siegfried Mitzel aus Großsorheim. Der 37jährige Toni Hassmann konnte bereits die Großen Preise von Dublin und San Patrignano gewinnen und war in seiner Jungen Reiter-Zeit mehrfach Medaillenträger und Sieger bei Europameisterschaften. Bereits drei Mal gewann Hassmann das berühmte Hamburger Derby. Hier in Nördlingen hatte Toni vor einigen Jahren einen großen Auftritt im Dressursattel: Als Fremdreiter bewertete er bei den Süddeutschen Championaten die drei Jahrgangsbesten in allen Reitpferdeklassen unter dem Sattel. Sein Bruder, der 26jährige Felix, steht ihm nicht viel nach. Felix belegte bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiter dieses Jahr den hervorragenden 10. Platz. Die Hassmann-Brüder trifft man übrigens am Abend am ehesten in einer Pizzeria in Nördlingen. Beide essen nämlich am liebsten italienisch. Dritter im Bunde des Westfalen-Teams ist Lutz Gripshöver. Der 40jährige Pferdewirtschaftsmeister ist ein Schüler von Ex-Bundestrainer Kurt Gravemeier, der als Fohlenkäufer auf der Kaiserwiese erwartet wird.
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Deutsche Vize-Meisterin sattelt auf der Kaiserwiese
Aus Hessen reist die erst 18jährige Amazone Angelina Herröder an. Sie sorgte Ende Mai beim Pfingstturnier in Wiesbaden mit ihrem Sieg im Eröffnungsspringen gegen internationale Top-Konkurrenz für viel Aufsehen. Bewiesen hat die 26jährige Sauerländerin Kathrin Müller aus Wickede, dass sie zur deutschen Springelite zählt: Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve belegte sie den zweiten Platz hinter Olympiateilnehmerin Janne Friedericke Meyer. Auch Müller wird auf der Kaiserwiese satteln und den Kampf um die Goldene-Daniel-Peitsche, die übrigens noch nie von einer Frau gewonnen wurde, antreten. Man darf gespannt sein, wem am Sonntagnachmittag vor dem großen Schlusspunkt, dem Nördlinger Scharlachrennen, einem Pferderennen über 1200 Meter, die Goldene-Daniel Peitsche überreicht wird. In diesem Jahr ist der Große Preis der Anfang Mai verstorbenen Fürstin Delia zu Oettingen-Wallerstein gewidmet. Die erfolgreiche Reiterin und Pferdeliebhaberin Fürstin Delia und ihr Mann Fürst Carl-Friedrich zu Oettingen-Wallerstein förderten mit viel Engagement und Hingabe seit der Wiederbelebung im Jahr 1948 das Turnier.
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Neben der großen Tour sind auf dem Springplatz eine mittlere und eine kleine Tour ausgeschrieben, sowie eine Tour für den sieben- bis achtjährigen Pferdenachwuchs. Für Reiter unter 21 Jahren gibt es eine eigene Tour auf S-Niveau, deren Finale zur beliebten Springserie für Nachwuchsreiter, dem Hindelang-Cup zählt. Die Ponyreiter satteln in Nördlingen einmal mehr in der Würth-Pony-Tour. Und für die Stars aus den umliegenden Reitervereinen der Region ist eine ländliche Tour ausgeschrieben.
Auf dem Dressurviereck werden zum 10. Mal in Nördlingen die Süddeutschen Championate ausgetragen. Die besten drei- bis sechsjährigen Pferde treten in Nördlingen an um die Meister zu ermitteln und die Nominierung für die Deutsche Meisterschaft Anfang September in Warendorf zu erhalten. Kein Wunder, dass die besten Jungpferdeausbilderinnen und -Ausbilder aus ganz Deutschland mit ihrem Pferdenachwuchs in der Riesstadt anreisen.
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Ben Hur auf der Kaiserwiese
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Aber auch für Pferdefreunde hat die Kaiserwiese an diesem Wochenende viel zu bieten: Am Samstag steht das Jagdpferdespringen über feste Hindernisse als Qualifikation für das Scharlachrennen auf dem Programm. Am Abend bietet sich die Möglichkeit eines der auserwählten 80 Elite-Auktionsfohlen zu ersteigern. Bunt gefächert ist das Programm am Sonntag: Der Nördlinger Stadtrat wird mit einem vierspännigen Wagen gezogen von Percheron-Hengsten auf der Kaiserwiese einfahren. Die großrahmigen und mächtigen französischen Schimmelhengste sind beeindruckende Pferde. Begleitet wird dieser Auftritt musikalisch von der Nördlinger Knabenkapelle. Jährlich ein begeisterndes Schaubild ist der Auftritt des Bayerischen Schleppjagdvereins mit ihren Hunden. Ein „Must“ für traditionsbewusste Nördlinger ist natürlich das Pferderennen um die rote Scharlach-Schabracke. In diesem Jahr wird es erstmals zwei Rennen geben: Das Scharlachrennen in dem acht Pferde startberechtigt sind und die Sensation: Ein römisches Kampfwagenrennen. Ben Hur auf der Kaiserwiese! Da beginnt der Boden zu Beben, wenn die Wagenlenker vom Circus Maximus ihre Gespanne auf der Rennbahn galoppieren lassen und um „Leben und Tod“ kämpfen. |



Turnier 2012
